Lohsa › Blaulicht auch Schleife
Zwölf Sprengsätze an Strommasten bei Lohsa und Schleife
Bei einem Polizeieinsatz am Freitag sind an Hochspannungstrassen bei Lippen und bei Schleife insgesamt zwölf selbst gebaute Sprengvorrichtungen gefunden worden. Spezialkräfte des Landeskriminalamtes haben sie entschärft. Die Stromversorgung war nicht beeinträchtigt, eine Gefahr für die Bevölkerung besteht nach Angaben der Behörden nicht.
Acht bei Lippen, vier bei Schleife
Der Einsatz lief am Freitag unter Führung der Polizeidirektion Görlitz. Ausgelöst haben ihn nach Angaben der Behörden behördenübergreifende Informationen – und die Meldung eines aufmerksamen Bürgers.
Gefunden wurden die Vorrichtungen an zwei Stellen: acht südlich des Umspannwerks Bärwalde in der Nähe von Lippen, einem Ortsteil von Lohsa, und vier östlich des Umspannwerks Graustein bei Schleife. Alle lagen im unmittelbaren Bereich von Hochspannungstrassen. Sie waren selbst hergestellt und sollten an den Leitungen einen Kurzschluss auslösen.
Spezialkräfte des Landeskriminalamtes Sachsen entschärften sie und stellten sie sicher, Kriminaltechniker untersuchten die Fundorte. Für diese Arbeiten mussten die Hochspannungsleitungen kurzzeitig stromfrei geschaltet werden.
Kein Schaden, keine Gefahr für die Bevölkerung
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Zu einem tatsächlichen Schaden oder zu Beeinträchtigungen der Stromversorgung ist es nicht gekommen. Eine Gefahrenlage für die Bevölkerung bestehe nicht, teilen die Behörden ausdrücklich mit.
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Mediadaten anfordernDie vorsorgliche Absuche der elektrischen Infrastruktur nach weiteren Vorrichtungen läuft weiter, wieder unter Führung der Polizeidirektion Görlitz.
Ermittelt wird wegen Sabotage
Die Ermittlungen führen die Zentralstelle Extremismus Sachsen bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden und das Landeskriminalamt Sachsen. Der Vorwurf: Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion in Tateinheit mit versuchter Störung öffentlicher Betriebe und versuchter verfassungsfeindlicher Sabotage.
Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft hat ein 48 Jahre alter Mann aus Nordrhein-Westfalen ein Bekennerschreiben verfasst. Darin wende er sich gegen die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen. Über eine Festnahme sagt die Mitteilung nichts. Weitere Auskünfte könnten wegen des laufenden Verfahrens derzeit nicht erteilt werden.
Geprüft wird außerdem eine Verbindung zu Ermittlungsverfahren in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen, wo es Sabotage an Umspannwerken gab. Anlass sind ein im Bekennerschreiben erwähnter Tatort und die Bauart der Vorrichtungen. Die sächsischen Behörden stimmen sich mit den betroffenen Ländern ab.
Die Ermittler bitten um Hinweise
Gesucht werden Beobachtungen aus dem Bereich der Hochspannungstrassen: Personen oder Fahrzeuge, die dort aufgefallen sind. Von besonderem Interesse sind Bilder und Videos.
Red./Presseinformation
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Foto: Fruehlingswiese/Pixabay (Aufmacher).
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