Schockanruf und falsches Investment: Polizei warnt
Zwei Betrugsfälle beschäftigen die Polizei in der Oberlausitz: Bei Bautzen forderten Anrufer 80.000 Euro Kaution für eine angeblich verunglückte Tochter. Eine Görlitzerin verlor bei einem Anlagebetrug fast 30.000 Euro.
80.000 Euro für eine erfundene Kaution
Eine Seniorin aus dem Raum Bautzen hat am Donnerstagnachmittag einen Anruf
erhalten, wie ihn Ermittler seit Jahren kennen. Die Anrufer erklärten ihr, ihre
Tochter habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Damit sie nicht in Haft
komme, sei eine Kaution nötig – knapp 80.000 Euro in bar.
Die Frau erklärte, eine solche Summe nicht aufbringen zu können. Daraufhin
beendeten die Anrufer das Gespräch. Zu einem Vermögensschaden kam es nicht. Der
Revierkriminaldienst ermittelt wegen Betrugs.
Der Ablauf ist typisch: Die Täter erzeugen Druck und lassen der Angerufenen
keine Zeit zum Nachdenken. Die angebliche Angehörige kommt in solchen
Gesprächen oft selbst kurz ans Telefon – weinend, kaum verständlich, sodass die
fremde Stimme nicht auffällt.
Fast 30.000 Euro bei einem Investment verloren
Wählen Sie Ihre Orte – dann stehen deren Meldungen oben auf Ihrer Startseite. Ohne Anmeldung, alles bleibt in Ihrem Browser.
Ort auswählenWeniger glimpflich ging es im Landkreis Görlitz aus. Eine 48-Jährige hatte
im Internet nach einer Geldanlage mit hoher Rendite gesucht und war dabei nach
Angaben der Polizei an Kriminelle geraten. Der Schaden beläuft sich auf knapp
30.000 Euro. Auch hier ermittelt der zuständige Kriminaldienst wegen Betrugs.
Sie wollen Menschen in Bautzen und Görlitz erreichen? Wir sagen Ihnen, was das kostet – ohne Umweg über eine Agentur.
Mediadaten anfordernDas Muster ähnelt einem Fall aus dem Landkreis Bautzen von Anfang der
Vorwoche: Dort war eine Frau über einen Link bei Facebook auf ein
Renditeversprechen gestoßen, wurde anschließend über eine Chatgruppe von einem
angeblichen Finanzberater betreut und überwies in drei Raten 6.500 Euro auf
Konten in Litauen und Bulgarien. Danach brach der Kontakt ab.
Was die Polizei rät
Für Schockanrufe nennt die Polizeidirektion Görlitz drei Schritte:
welche Geschichte erzählt wird.
angebliche Notlage über eine bekannte Rufnummer nachprüfen.
übergeben.
Bei Geldanlagen rät die Polizei, Angebote mit auffällig hohen Gewinnen zu
meiden, sich bei der Verbraucherzentrale oder dem eigenen Kreditinstitut
beraten zu lassen und Geld nur seriösen Anbietern anzuvertrauen.
Warum die Fälle selten angezeigt werden
Beide Betrugsformen treffen Menschen unabhängig von Alter und Bildung. Bei
Schockanrufen zielen die Täter auf ältere Menschen, beim Anlagebetrug auf
Menschen mit Ersparnissen – im Görlitzer Fall eine 48-Jährige.
Ermittler gehen davon aus, dass viele Geschädigte sich nicht melden, weil
ihnen der Vorfall unangenehm ist. Für die Ermittlungen ist die Anzeige aber der
einzige Ansatzpunkt: Nur über die Kontoverbindungen lassen sich Wege ins
Ausland nachvollziehen.
Weitere Hinweise stehen beim Programm Polizeiliche Kriminalprävention unter
polizei-beratung.de.
Quelle: Polizeidirektion Görlitz, Medieninformation Nr. 363/2026.
Die Oberlausitz am Abend
Jeden Abend das Wichtigste aus der Region – in zwei Minuten gelesen. Kostenlos, jederzeit abbestellbar.
Wir schicken Ihnen zuerst eine Bestätigungsmail. Erst mit dem Klick darin ist die Anmeldung gültig. Abmeldung jederzeit über den Link am Ende jeder Ausgabe.
Mehr aus Bautzen
Kultur
Altstadtfestival Bautzen: 500 Akteure an drei Tagen
Blaulicht
Zwölfjähriger am Überweg angefahren, Fahrer fuhr weiter
Blaulicht
Auffahrunfall auf der A4 bei Bautzen-Ost – 60.000 Euro Schaden
Sie wollen Menschen in Bautzen und Görlitz erreichen? Wir sagen Ihnen, was das kostet – ohne Umweg über eine Agentur.
Mediadaten anfordern
Symbolbild Polizei (Aufmacher).
Hinweise zu diesem Artikel? Schreiben Sie an
redaktion@oberlausitzaktuell.de