Landkreis Bautzen erwartet deutlich weniger Kita-Kinder
Die Zahl der unter Dreijährigen ist in vier Jahren um 31 Prozent gesunken. Der neue Bedarfsplan rechnet aber damit, dass die Geburtenzahlen nach den späten 2020er Jahren wieder steigen.
Der Landkreis Bautzen stellt sich auf deutlich weniger Kinder in Krippen, Kindergärten und später auch in den Horten ein. Das geht aus der neuen Bedarfsplanung für Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege hervor, die der Jugendausschuss des Kreistages am Montag beschlossen hat.
14 Prozent weniger Kinder in vier Jahren
2022 lebten noch 29.809 Kinder bis zum zehnten Lebensjahr im Landkreis, 2026 sind es 25.649 – ein Rückgang um rund 14 Prozent. Bei den unter Dreijährigen fiel die Zahl im selben Zeitraum von 6.812 auf 4.705, also um rund 31 Prozent.
Auch die Geburten gehen zurück: 2016 wurden noch 2.608 Kinder eines Jahrgangs gezählt, 2025 waren es 1.456. Der Hauptgrund liegt nicht im Verhalten der Familien, sondern in der Altersstruktur. Die Zahl der Frauen zwischen 19 und 35 Jahren sank von 21.255 im Jahr 2016 auf 16.145 im Jahr 2025. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Kinderzahl je Frau lag im Landkreis 2024 bei 1,50 und damit deutlich über dem sächsischen Durchschnitt von 1,22.
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Die Planung sieht einen Wendepunkt. Die schwach besetzten Jahrgänge der Nachwendezeit haben das Alter der Familiengründung inzwischen weitgehend durchlaufen, danach folgen wieder stärkere Jahrgänge. Nach den Modellrechnungen könnte die Zahl der Geburten nach einem weiteren Tiefpunkt Ende der 2020er Jahre wieder zunehmen.
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Mediadaten anfordern„Wir müssen die derzeit sinkenden Kinderzahlen ernst nehmen und unsere Betreuungsstrukturen daran anpassen“, sagt Sozialdezernentin Kristin Penther. „Gleichzeitig dürfen wir nicht den Fehler machen, die heutige Entwicklung einfach für die nächsten 20 Jahre fortzuschreiben.“
Mehr Plätze als Kinder
Für das Betreuungsjahr 2026/2027 führt der Bedarfsplan 251 Einrichtungen mit 27.795 genehmigten Plätzen sowie 39 Kindertagespflegepersonen mit 193 Plätzen. Betreut werden derzeit 22.455 Kinder, ein Jahr zuvor waren es 23.413. Bei den Nichtschulkindern beträgt der Rückgang binnen eines Jahres 7,3 Prozent, bei den Schulkindern bleibt die Zahl mit rund 10.640 nahezu konstant.
Der Rechtsanspruch ist weiter erfüllbar: Für 4.705 Kinder unter drei Jahren stehen 5.183 Plätze bereit, für 9.362 Kinder zwischen drei und sechs Jahren 10.328 Plätze, im Hort 12.477 Plätze für 11.582 Kinder.
Kein Automatismus für Schließungen
Sinkende Kinderzahlen bedeuten laut Landkreis nicht, dass Einrichtungen kurzfristig schließen. Jeder Standort werde gemeinsam mit Städten, Gemeinden und Trägern einzeln betrachtet – neben der Auslastung zählen baulicher Zustand, pädagogische Qualität, Erreichbarkeit, Öffnungszeiten, Sozialraum und Kosten.
„Eine Kindertagesstätte ist gerade im ländlichen Raum mehr als eine Zahl in einer Statistik“, so Penther. „Sie gehört zur Infrastruktur eines Ortes und ist für Familien ein wichtiger Standortfaktor.“
Red./Presseinformation
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