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Boxberg/O.L. › Wirtschaft

Boxberg bekommt zwei Zuschläge für neue Gaskraftwerke

Am bisherigen Braunkohlestandort sollen zwei Blöcke mit rund 910 Megawatt gesicherter Leistung entstehen, später wasserstofffähig. Spätestens Ende 2031 müssen sie laufen.

Boxberg bekommt zwei Zuschläge für neue Gaskraftwerke
Das Kraftwerk prägt Boxberg. Bis zu seiner geplanten Stilllegung Ende 2038 läuft auch die neue Städtebauförderung. Foto: Julianmuhle, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der Kraftwerksstandort Boxberg hat in der ersten Ausschreibung der Bundesnetzagentur nach dem Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz zwei Zuschläge erhalten. Dort sollen neue Gaskraftwerksblöcke mit rund 910 Megawatt gesicherter Leistung entstehen, die sich später auf Wasserstoff umrüsten lassen.

Was die Bundesnetzagentur entschieden hat

Die Behörde vergab am Dienstag elf Zuschläge über rund 5.160 Megawatt gesicherter Leistung – mehr als die ausgeschriebenen 4.500 Megawatt, was die Vergaberegeln zulassen. Der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert liegt bei 155.296 Euro je Megawatt gesicherter Leistung und Jahr; der Höchstwert hätte 244.000 Euro betragen.

Zum Gebotstermin am 8. September waren 41 Gebote über knapp 12.000 Megawatt eingegangen, sieben davon wurden wegen fehlender Angaben ausgeschlossen. Alle Zuschläge gingen an Gaskraftwerke. Stromspeicher hatten ebenfalls geboten, kamen aber nicht zum Zug.

Sieben Blöcke für die LEAG

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Die LEAG erhielt Zuschläge für sieben Blöcke mit zusammen 3.680 Megawatt installierter Leistung, entsprechend 2.998 Megawatt gesicherter Leistung. Vier Blöcke zu je 560 Megawatt entstehen in Jänschwalde in Brandenburg, zwei in Boxberg – rechnerisch bleiben für den sächsischen Standort rund 1.120 Megawatt installierte Leistung. Dazu kommt ein wasserstofffähiges Kraftwerk mit 320 Megawatt im bayerischen Leipheim.

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Das Unternehmen beziffert die Investitionen auf 1,5 bis 2 Milliarden Euro. Spätestens Ende 2031 müssen alle Anlagen in Betrieb sein.

In der Lausitz setzt die LEAG dabei auf ihr FuelSwitch-Konzept: Bestehende Standorte und Infrastruktur werden weitergenutzt, etwa vorhandene Netzanschlüsse sowie einzelne Gebäude und Komponenten. Das senke Materialbedarf, Kosten und Bauzeit.

„Zuschläge für sieben neue Kraftwerksblöcke in einer Ausschreibungsrunde sind ein großer Erfolg“, sagt LEAG-Chef Adi Roesch. Konzernbetriebsratsvorsitzende Silke Rudolf sieht in den Investitionen langfristige Perspektiven über den Kohleausstieg hinaus. Das Unternehmen beschäftigt rund 6.500 Menschen.

„Das Ende der Braunkohle bedeutet nicht das Ende des Kraftwerksbetriebs“

„Das ist eine gute und enorm wichtige Nachricht für Sachsen und für ganz Ostdeutschland“, sagt Wirtschafts- und Energieminister Dirk Panter. Man brauche auch künftig genug steuerbare Stromerzeugung, um die schwankende Einspeisung aus erneuerbaren Energien auszugleichen. Dass die bezuschlagten Gebote deutlich unter dem Höchstwert lagen, sei zu begrüßen; durch die Weiternutzung vorhandener Infrastruktur entfielen die Kosten eines kompletten Neubaus.

Panter verweist darauf, dass Sachsen die Forderung nach einer Zukunftsperspektive für die eigenen Kraftwerksstandorte seit mehr als einem Jahr in Berlin vorgetragen habe – gemeinsam mit Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Auf Initiative der Ost-Länder wurden die Ausschreibungsregeln so angepasst, dass ein Drittel der Kapazitäten bevorzugt in den Norden und Osten geht.

Abnehmer für Wasserstoff

Für die Region hängt daran mehr als die Stromerzeugung: Neue Gaskraftwerke können als verlässliche Abnehmer für Wasserstoff dienen und damit den Aufbau der nötigen Infrastruktur und eines Wasserstoffmarktes in Sachsen tragen.

Red./Presseinformation

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Foto: Julianmuhle, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (Aufmacher).
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