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Demitz-Thumitz: Eltern gründen Initiative wegen der Schulbusse
Über eine Stunde warten Kinder nach dem Unterricht in Gaußig auf den Bus nach Hause, und in den Ferien fährt die Linie 734 gar nicht. Beim Bürgergespräch des Landrats in Demitz-Thumitz war das die erste Frage – und nicht die einzige zum Nahverkehr.
Die Buslücke nach Gaußig
Ein Vater aus Demitz-Thumitz schilderte das Problem: Sein Sohn besucht das evangelische Gymnasium in Gaußig, und nachmittags klafft eine Lücke im Fahrplan – die Kinder warten über eine Stunde auf den Bus nach Hause. Dazu seien die Busse so voll, dass gerade Grundschüler oft keinen Sitzplatz bekommen und mit ihren Ranzen stehen müssen. Mit dem Verkehrsverbund und der Schülerbeförderung habe er schon gesprochen, ohne Ergebnis.
Eine Mutter ergänzte, das Problem bestehe seit Längerem; inzwischen habe sich eine Elterninitiative gegründet. Landrat Udo Witschas verwies darauf, dass die Schülerbeförderung Pflichtaufgabe des Landkreises sei, sich aber nicht immer perfekt planen lasse. Hilfreich seien Gespräche mit den Schulleitungen über kleine Verschiebungen der Anfangs- und Endzeiten. Der Erste Beigeordnete Jörg Szewczyk und der Leiter des Straßenverkehrsamtes sollen sich mit dem Vater zusammensetzen.
In den Ferien fährt die 734 nicht
Eine Bürgerin aus Medewitz brachte die Buslinie 734 zur Sprache, die bis nach Wilthen führt: Sie fährt nur an Schultagen. Ihre Tochter bekomme von der Schule Angebote zur Berufsorientierung, die in den Ferien liegen – ohne Bus komme sie dort nicht hin.
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Der Landrat verwies auch hier auf die Pflichtaufgabe: In den Ferien falle deren Grund weg. Prüfen lassen will er es trotzdem; die Verwaltung werde sich bei der Bürgerin melden.
Straßenbau in Wölkau und Leerrohre für Glasfaser
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Mediadaten anfordernEin Gemeinderat aus Demitz-Thumitz bat darum, die Bürger bei langen Bauvorhaben besser über Fortschritte und Verzögerungen zu informieren. Beigeordnete Romy Reinisch erläuterte, das Straßenbauprojekt in Wölkau sei in vier Abschnitte geteilt, weil es unterschiedliche Projektpartner gebe und der Freistaat jeweils nur jährlich abrechne. Der zweite Bauabschnitt soll bis Juni 2027 fertig sein, der dritte bis Juni 2028.
Auf die Frage, warum ein fertiges Teilstück nicht zwischenzeitlich freigegeben werde, nannte Bürgermeister Alexander Pötschke Umplanungen, verspätete Materiallieferungen und den Winter als Gründe. Reinisch sagte zu, die Freigabe einzelner Abschnitte zu prüfen, sofern die Verkehrssicherheit das zulasse.
Bei neuen Straßen sollen künftig Leerrohre für Glasfaser gleich mit verlegt werden, auch wenn der Ausbautermin noch offen ist. Der Landkreis könne nur dort selbst bauen, wo es sich für Telekommunikationsunternehmen nicht rechne, sagte Witschas – und dafür brauche es Fördermittel. Ziel sei eine vollständige Glasfaserversorgung bis in die 2030er Jahre.
Freibad Schmölln: was aus dem Freibadgipfel wurde
Ein Bürger aus Schmölln fragte nach dem Freibadgipfel, der beim letzten Bürgergespräch angekündigt worden war. Tobias Schilling, Fachreferent des Landrats, berichtete von mehreren Treffen zu drei Fragen: Schwimmunterricht im Freibad, Doppelstunden für den Schwimmunterricht und ein Personaltausch zwischen den Bädern.
Geklärt ist die Doppelstundenregelung – Gemeinde und Schulleitung müssen zustimmen, inzwischen gebe es deutlich mehr Schwimmunterricht als Doppelstunde. Schwierig bleibt der Unterricht im Freibad, weil Schwimm- und Schulpersonal bei verschiedenen Stellen angestellt sind. Der Personaltausch steht noch aus. Bischofswerdas Oberbürgermeister Holm Große sprach von einem großen Schritt, aber auch von bürokratischen Hürden.
Kegelbahn, Lehrer, Teichschlamm
Ein Mitglied des Kegelvereins Demitz-Thumitz berichtete, die Bahn sei so alt, dass eine weitere Abnahme nicht mehr in Aussicht stehe; Förderanträge seien bislang erfolglos geblieben. Der Landrat verwies auf den Förderlotsen im Kreisentwicklungsamt und bot ein gemeinsames Gespräch mit Kreissportbund und Sächsischer Aufbaubank an. Die Investition selbst sei Sache der Gemeinde.
Zum Lehrermangel sagte Witschas, der Landkreis sorge für die Gebäude, für das Personal sei der Freistaat zuständig. Es gebe Anreize für Referendare auf dem Land, viele zieht es aber in die Städte.
Eine Bürgerin aus Medewitz kritisierte, dass Schlamm aus dem Löschteich im Dorfpark abgelagert werden soll – dort stehen ein Spielplatz und ein Rastplatz, im Oktober brennt dort das Brauchtumsfeuer. Bürgermeister Pötschke erklärte, nasser Schlamm sei in der Entsorgung deutlich teurer; er werde deshalb auf einem separaten Wiesenstück getrocknet und später entsorgt. Mehrere Bürgermeister nannten das ein übliches Vorgehen und den Schlamm nach ihrer Einschätzung unbedenklich, weil er von den Feldern stamme.
Das nächste Bürgergespräch
Am 6. Oktober lädt der Landrat von 17.30 bis 19 Uhr in den Speiseraum der Grundschule Laußnitz, Schulstraße 5a. Eingeladen sind Einwohner aus Elstra, Haselbachtal, Kamenz, Königsbrück, Laußnitz, Neukirch, Oßling und Schwepnitz. Eine Anmeldung ist nicht nötig.
Red./Presseinformation
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Foto: Landratsamt Bautzen (Aufmacher).
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