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Landkreis BautzenWirtschaft auch Landkreis Görlitz

668 freie Lehrstellen, 587 Suchende – und keiner findet den anderen

Die Arbeitslosenquote in Bautzen und Görlitz bleibt bei 7,4 Prozent. Bewegung gibt es woanders: Die Unternehmen melden 14 Prozent weniger Stellen als im Vorjahr.

668 freie Lehrstellen, 587 Suchende – und keiner findet den anderen
668 Ausbildungsstellen im Bezirk sind noch unbesetzt. Symbolbild. Foto: Vitaly Gariev/Pexels

Die Quote steht still

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bautzen, also in den Landkreisen Bautzen und Görlitz, waren im August 20.060 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 73 mehr als im Juli, aber 96 weniger als im August 2025. Die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 7,4 Prozent – im Vergleich zum Vormonat wie zum Vorjahr.

Den Anstieg erklärt die Agentur mit dem Kalender: „Vor allem Jugendliche meldeten sich arbeitslos, was in der Übergangszeit zwischen Schule und Ausbildung aber nichts Ungewöhnliches ist“, sagt Anja Schilling, Vorsitzende der Geschäftsführung.

Wo sich etwas verschiebt

Aufschlussreicher ist die Aufteilung. Bei der Arbeitsagentur selbst – zuständig unter anderem für das Arbeitslosengeld – waren 7.453 Menschen gemeldet, 572 mehr als vor einem Jahr. Bei den Jobcentern beider Landkreise, wo Bürgergeld gezahlt wird, waren es 12.607 und damit 668 weniger als im Vorjahr.

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Wer länger als ein Jahr ohne Arbeit ist, wechselt in der Regel vom Arbeitslosengeld ins Bürgergeld. Dass die Zahl bei der Agentur steigt und beim Jobcenter sinkt, deutet auf eine Bewegung hin: Menschen verlieren ihre Arbeit – aber der Bestand der Langzeitarbeitslosen wird kleiner.

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Die Unterbeschäftigung, die auch Menschen in Maßnahmen mitzählt, lag bei 23.060 Personen. Die Quote stieg binnen eines Jahres von 8,2 auf 8,4 Prozent.

14 Prozent weniger neue Stellen

Die deutlichste Zahl steckt bei der Nachfrage: Die Unternehmen meldeten im August nur 723 neue sozialversicherungspflichtige Stellen – 56 weniger als im Vormonat und 118 weniger als im Vorjahr. Das ist ein Minus von 14 Prozent binnen eines Jahres.

Der Gesamtbestand liegt dagegen bei 4.167 Stellen und damit 12,9 Prozent über dem Vorjahr. Beides zusammen heißt: Es sind viele Stellen offen, aber es kommen weniger neue nach – und die offenen bleiben länger offen.

Die meisten gemeldeten Stellen entfallen auf die Zeitarbeit (1.079), gefolgt vom verarbeitenden Gewerbe (783), dem Handel (441), freiberuflichen und technischen Dienstleistungen (339) sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen (332). Für Hilfskräfte sind 689 Stellen ausgeschrieben, für Fachkräfte, Spezialisten und Experten 3.478.

Ausbildungsmarkt: zwei Zahlen, die nicht zueinanderfinden

Im August waren 668 gemeldete Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Ihnen standen 587 Bewerberinnen und Bewerber gegenüber, die weiterhin suchten.

Rein rechnerisch gäbe es also für jeden Suchenden eine Lehrstelle – und trotzdem bleiben beide Seiten übrig. „Kurz vor knapp bündeln wir noch einmal alle Kräfte, um jungen Menschen, die jetzt noch auf der Suche sind, passende Möglichkeiten zu unterbreiten“, sagt Schilling. Es gebe Förderprogramme, die Arbeitgebern und Jugendlichen helfen sollen, „doch noch zusammenzufinden“.

Die wirtschaftliche Lage zeige sich auch hier: „Unternehmen agieren vorsichtiger, gleichzeitig gibt es noch unbesetzte Ausbildungsstellen.“

Kurzarbeit geht zurück

Im Juli zeigten sechs Unternehmen für 86 Beschäftigte Kurzarbeit an – zwölf Betriebe und 94 Beschäftigte weniger als im Juli 2025. Für August liegen die Werte nach vorläufiger Hochrechnung so niedrig, dass sie der statistischen Geheimhaltung unterliegen.

Rückblickend zeigt der April das Bild am deutlichsten: 52 Betriebe beantragten Kurzarbeitergeld für 840 Beschäftigte – 750 Kurzarbeitende weniger als im April 2025. Betroffen waren rechnerisch 0,4 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Bezirk, ein Jahr zuvor 0,8 Prozent.

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Foto: Vitaly Gariev/Pexels (Aufmacher).
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