Zittau begeht den 9. November als Tag der Besinnung
Stadtführung zu den Stolpersteinen, Andacht, Gedenken an der Lessingstraße und eine Filmpremiere – alles deutsch-tschechisch verdolmetscht.
Die Stadt Zittau begeht den 9. November als „Tag der Besinnung zur Demokratie und Friedfertigkeit“. In diesem Jahr tragen mehrere Veranstalter das Programm gemeinsam: die Städtischen Museen Zittau, der Augen auf e.V., die Kirchengemeinden, die Netzwerkstatt der Hillerschen Villa und die Stadt. Alle Veranstaltungen außer der Andacht werden deutsch-tschechisch verdolmetscht.
Das Programm
- 16.30 bis 18 Uhr – Öffentliche Stadtführung „Stolpersteine in Zittau“ mit Armin Pietsch vom Augen auf e.V. Treffpunkt ist die Johanniskirche, Ziel die katholische Kirche Mariä Heimsuchung.
- 18 Uhr – Ökumenische Andacht in der katholischen Kirche Mariä Heimsuchung.
- 18.30 Uhr – Gedenken an der Gedenktafel Lessingstraße 12, nahe dem Ort der früheren Synagoge, mit Kranzniederlegung und einer Ansprache von Stadtrat Andreas Mannschott. Es spielt der Zittauer Posaunenchor.
- 19.30 Uhr – „Geschichten verlorener Nachbarn“ im Café Jolesch am Klienebergerplatz 1.
Filmpremiere mit Gästen aus Liberec
Die Hillersche Villa zeigt gemeinsam mit Paměti národa Severní Čechy aus Liberec eine Dokumentation über zwei Gedenkveranstaltungen aus diesem Sommer – eine für die Opfer der Nationalsozialisten, eine für die 1945 vertriebenen Sudetendeutschen. Anschließend diskutieren zwei Historiker aus Zittau und Česká Lípa darüber, wie gemeinsame Geschichte heute erinnert und erzählt wird. Der Eintritt ist frei.
„Der 9. November mahnt uns, die Demokratie durch eigenes Mittun mit Leben zu erfüllen“, sagt Oberbürgermeister Thomas Zenker. Dass grenzübergreifend mit den tschechischen Nachbarn erinnert werde, sei für eine Stadt in der Dreiländerregion ein großer Gewinn.
Seit 1993 ein kommunaler Gedenktag
Der Zittauer Stadtrat erklärte den 9. November im November 1993 zum städtischen Gedenktag. Der Beschluss verbindet mehrere Ereignisse dieses Datums: den Hitlerputsch 1923 und die Reichspogromnacht 1938 ebenso wie die Ausrufung der ersten deutschen Republik 1918 und den Mauerfall 1989. Er benennt auch, dass in Zittau mit der Duldung der Zerstörung der Synagoge und der Beteiligung an Beraubung, Vertreibung und Vernichtung jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger Schuld auf sich geladen wurde.
Red./Presseinformation
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