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Landkreis BautzenPanorama auch Landkreis Görlitz

Schadholz in der Oberlausitz sinkt binnen vier Jahren um 97 Prozent

2021 fielen in den Landkreisen Bautzen und Görlitz noch rund 1,1 Millionen Kubikmeter Schadholz an, 2025 waren es 27.375. Das geht aus Zahlen hervor, die der Staatsbetrieb Sachsenforst auf unsere Anfrage zusammengestellt hat.

Schadholz in der Oberlausitz sinkt binnen vier Jahren um 97 Prozent
Wald im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Foto: Derbrauni, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Die Kurve fällt seit 2021 steil ab

Der Staatsbetrieb Sachsenforst hat uns die eigentumsübergreifende Schadholzentwicklung für beide Landkreise aufgeschlüsselt. Der Höhepunkt lag 2021, seitdem geht die Menge Jahr für Jahr zurück.

Jahr Landkreis Bautzen Landkreis Görlitz
2020 599.339 m³ 335.958 m³
2021 754.244 m³ 341.656 m³
2022 232.695 m³ 314.889 m³
2023 87.832 m³ 132.040 m³
2024 23.957 m³ 43.842 m³
2025 16.626 m³ 10.749 m³

Im Landkreis Bautzen sind das von 2021 bis 2025 rund 98 Prozent weniger, im Landkreis Görlitz rund 97 Prozent. Auffällig ist der unterschiedliche Verlauf: In Bautzen brach die Menge schon 2022 ein, in Görlitz hielt sie sich ein Jahr länger auf hohem Niveau.

Woran das liegt, sagt Sachsenforst nicht eindeutig

Marco Horn, Referent der Geschäftsführung, ordnet die Zahlen ein: Die Schäden beruhen zu einem großen Teil auf biotischen Schaderregern, vor allem auf dem Borkenkäfer. Begünstigt werden diese durch Trockenheit und durch den Vitalitätsverlust der Bäume.

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Eindeutig auf die Trockenheit zurückführen lässt sich die Entwicklung nach seinen Worten aber nicht. Der Rückgang sagt für sich genommen also weder, dass der Wald sich erholt hat, noch, dass die befallenen Bestände abgearbeitet sind.

Sechs von zehn Hektar gehören Privatleuten

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Zusammen umfasst der Wald in beiden Landkreisen 164.607 Hektar. Die Verteilung nach Eigentumsart zeigt, wie stark der Privatwald hier wiegt.

Eigentumsart Landkreis Bautzen Landkreis Görlitz
Staatswald Land 23.334 ha 4.232 ha
Staatswald Bund 2.403,5 ha 15.101,6 ha
Körperschaftswald 4.507,7 ha 9.328,7 ha
Privatwald 54.421,9 ha 45.186,8 ha
Gesamtwaldfläche 88.771,8 ha 75.835,3 ha

In beiden Kreisen liegen damit etwa 60 Prozent des Waldes in privater Hand – im Landkreis Bautzen 61 Prozent, im Landkreis Görlitz 60 Prozent. Zur Gesamtfläche zählen neben den genannten Kategorien auch Anteile an Kirchen- und Treuhandwald; erfasst sind Holzboden- und Nichtholzbodenflächen sowie nichtforstliche Betriebsflächen.

Bemerkenswert ist der Unterschied beim Staatswald: Im Landkreis Görlitz gehören dem Bund mit 15.101 Hektar mehr als dreimal so viel Wald wie dem Freistaat. Im Landkreis Bautzen ist es umgekehrt – dort stehen 23.334 Hektar Landeswald nur 2.403 Hektar Bundeswald gegenüber.

Drei Fragen ließen sich nicht beantworten

Wie viele private Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer es in beiden Landkreisen gibt, ist Sachsenforst nicht bekannt. Aus der Karte der Eigentumsverteilung lässt sich nach Auskunft des Staatsbetriebs aber ablesen, dass der Anteil privaten Waldbesitzes in Ostsachsen höher liegt als in anderen Teilen des Freistaates.

Zur Baumartenverteilung auf Kreisebene gibt es keine genauen Angaben. Die Bundeswaldinventur erfasst zwar Veränderungen in der Zusammensetzung, daraus ließen sich nach Auskunft der Fachleute aber keine Anteilsflächen für einzelne Baumarten ableiten – möglich sei nur die Aussage, auf wie viel Hektar eine Baumart vorkommt.

Auch zum Waldumbau liegen Zahlen nur für den Landeswald vor, und die Auswerteeinheiten von Sachsenforst decken sich nicht mit den Kreisgrenzen: In beiden Landkreisen liegen anteilig die Forstbezirke Oberlausitz, Neustadt und Dresden sowie das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft und Teile der Naturschutzgebietsverwaltung Königsbrücker Heide. Eine Auswertung entlang der Kreisgrenzen sei kurzfristig nicht zu leisten.

Die Karte der Waldbesitzverteilung steht unter sbs.sachsen.de, die Ergebnisdatenbank der Bundeswaldinventur unter bwi.info.

Red./Presseinformation

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Foto: Derbrauni, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons (Aufmacher).
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