Klinikum Görlitz eröffnet Sprechstunde für Erwachsene mit Herzfehler
Wer als Kind wegen eines angeborenen Herzfehlers behandelt wurde, musste für die spezialisierte Nachsorge bisher bis Leipzig fahren. Ab 1. September gibt es sie in Görlitz.
Ein Herzfehler endet nicht mit dem 18. Geburtstag
Viele Menschen mit einem angeborenen Herzfehler wurden schon als Säugling oder Kind behandelt, oft operiert. Als Erwachsene fühlen sich manche gut und gehen zu keiner spezialisierten Nachsorge mehr. Andere haben Beschwerden, die mit dem Herzfehler oder früheren Eingriffen zusammenhängen können.
„Ein angeborener Herzfehler endet nicht mit dem Übergang ins Erwachsenenalter“, sagt Oberärztin Sabrina Jackisch. „Auch nach einer erfolgreichen Operation können Restbefunde oder Spätfolgen bestehen.“ Deshalb sei es wichtig, die bisherige Behandlungsgeschichte zu kennen und die weitere Betreuung darauf abzustimmen.
Bisher hieß das: nach Leipzig
Das nächstgelegene EMAH-Zentrum – EMAH steht für Erwachsene mit angeborenem Herzfehler – liegt in Leipzig. Für Betroffene aus der Oberlausitz bedeutete die spezialisierte Betreuung deshalb bislang teils weite Wege.
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Jackisch hat ihre EMAH-Zusatzweiterbildung am Herzzentrum Leipzig in der Kinderkardiologie absolviert und dort als Ärztin im überregionalen EMAH-Zentrum gearbeitet. Unterstützung kommt außerdem von Heike Reck, Chefärztin der Kinderklinik im Klinikum Oberlausitzer Bergland in Zittau und nach Angaben des Klinikums die einzige Kinderkardiologin in Ostsachsen.
Worum es in der Sprechstunde geht
Das Angebot richtet sich an Erwachsene mit einem bekannten oder vermuteten angeborenen Herzfehler, auch an Menschen, die als Kind operiert oder mit einem Herzkatheter behandelt wurden. Welche Untersuchungen nötig sind und in welchen Abständen, hängt vom jeweiligen Herzfehler ab.
Neben der Diagnostik geht es um Fragen zu Sport, Beruf, Kinderwunsch, Schwangerschaft und Belastbarkeit. „Daher weiß ich, wie wichtig eine feste ärztliche Bezugsperson ist, die neben dem Herzfehler auch die Geschichte und Lebenssituation des Menschen kennt“, sagt Jackisch – ihr verstorbener Mann lebte mit einem komplexen angeborenen Herzfehler.
Wie viele betroffen sind
Nach Angaben der Deutschen Herzstiftung leben in Deutschland mehr als 350.000 Erwachsene mit einem angeborenen Herzfehler. Mehr als 200.000 von ihnen erhalten schätzungsweise keine spezialisierte Betreuung. Darauf zielt auch die bundesweite Kampagne „Checkst Du? Mach den EMAH-Check“ von Herzstiftung und Kinderherzstiftung.
Die Sprechstunde
Wo
Städtisches Klinikum Görlitz, Haus B, Klinik für
Innere Medizin I
Ab wann
1. September 2026
Termine
nach Vereinbarung unter 03581 37-3695 oder
03581 37-3486
Red./Presseinformation
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Foto: Nathalie Wittig/Städtisches Klinikum Görlitz (Aufmacher).
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