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RietschenWirtschaft

Teichwirt des Jahres 2026 kommt aus Rietschen

Karsten Tusche promovierte über Fischernährung und hätte in der Forschung bleiben können. Stattdessen führt er heute die Fischzucht Rietschen. Zu den Lausitzer Fischwochen ist er Teichwirt des Jahres, wie die Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mitteilt.

Teichwirt des Jahres 2026 kommt aus Rietschen
Karsten Tusche an einem seiner Teiche. Er ist Teichwirt des Jahres 2026. Foto: Mario Kegel
Termin
Wann
Samstag, 26. September 2026
Bis
Sonntag, 1. November 2026
Veranstaltungsort
Erlichthof Rietschen
Alle Termine in der Region →

Er ist zwischen Fischen groß geworden

Die Eltern stammen aus der Oberlausitz, aus Viereichen. 1980 zogen sie nach Frankfurt (Oder), wo der Vater Helmut Tusche für die damalige ZBE Satzfischproduktion arbeitete. Ein Jahr später kam Sohn Karsten zur Welt.

„Nach der Wende machte sich mein Vater sofort selbstständig“, erinnert der sich. Der Vater pachtete die Teichgruppe in Hammerstadt, die Familie blieb in Frankfurt wohnen. „Ich bin quasi zwischen Fischen groß geworden.“ Früh erfuhr er, wie viel Arbeit nötig ist, damit ein Karpfen auf dem Teller landet.

Portrait des Teichwirts Karsten Tusche vor einer Wiese
Karsten Tusche führt die Fischzucht Rietschen seit 2024 als Geschäftsführer. Foto: Mario Kegel

Warum Karpfen die Wissenschaft schlug

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Druck, in den elterlichen Betrieb einzusteigen, habe er nicht verspürt. Trotzdem entschied er sich 2001 nach dem Abitur für ein Studium der Agrar- und Fischereiwissenschaften in Berlin. Danach blieb er zunächst in der Wissenschaft und promovierte über Fischernährung.

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Am Fischereiforschungsinstitut in Büsum untersuchte er, wie Forellen mit Kartoffeln gefüttert werden können. Heute ist Kartoffelprotein eine gängige Zutat für Fischfuttermixe. „Aber eine Karriere in der Forschung bedeutet eben, von Projekt zu Projekt, von Finanzierung zu Finanzierung zu denken“, sagt er. Das war letztlich nichts für ihn.

Er mag es, am Ende des Tages zu sehen, was er geschafft hat. 2011 kehrte er nach Rietschen zurück und stieg wenig später in den Betrieb ein.

42 Teiche und 130 Tonnen Fisch im Jahr

Angefangen hatte es mit der Teichgruppe Hammerstadt, deren Struktur seit 400 Jahren nahezu unverändert ist – ohne Stromanschluss, ohne Belüftungsanlagen. Später kamen die Teiche in Rietschen und Deuben dazu, 2017 folgte Reichwalde mit rund 30 Hektar.

Heute bewirtschaftet die Fischzucht Rietschen 42 Teiche mit einer Größe von 260 Hektar. Dort schwimmen Schleie, Barsch, Plötze und Zander. Der wichtigste Fisch bleibt aber der Spiegelkarpfen, der drei bis vier Jahre heranwächst. Rund 130 Tonnen produziert die Familie mit ihrem Team jedes Jahr. Seit 2024 ist Karsten Tusche Gesellschafter und Geschäftsführer.

Ein Teich der Fischzucht Rietschen im Morgenlicht, davor eine alte Eiche auf der Uferwiese
260 Hektar Teichfläche bewirtschaftet der Betrieb, verteilt auf 42 Teiche. Foto: Mario Kegel

Biber, Nutrias und ein dünner Schilfgürtel

Weniger Arbeit sei es als Chef nicht geworden, gesteht er. Zum Berufsbild gehört auch die Landschafts- und Gewässerpflege. Biber und die invasiven Nutrias fressen wichtige Vegetation und höhlen die Uferbefestigungen aus.

„Acht bis 14 Prozent einer Teichfläche sollte ein geschlossener Schilfgürtel sein, damit sich Fische oder Wasservögel vor Räubern verstecken können“, erklärt er. Bei einigen Teichen liege der Anteil inzwischen unter drei Prozent. Gegen den Schutz der Biber habe er nichts: „Aber wir brauchen ein Umdenken, wenn dadurch andere Tierarten massiv bedroht sind.“

Wo der Fisch aus Rietschen landet

Einen guten Teil verkauft der Betrieb im eigenen Hofladen, geöffnet freitags und samstags. Auch Räucherfisch steht im Angebot. Weil ein Teil des Fangs eingefroren wird, ist bis kurz vor Sommerbeginn Fisch zu haben – danach warten alle auf das Abfischen im Herbst.

„Einen großen Teil liefern wir auch nach Mecklenburg-Vorpommern“, sagt Tusche. Wo Müritz-Fisch draufstehe, könne dann auch Oberlausitz-Fisch drin sein, fügt er schmunzelnd hinzu.

Ob die nächste Generation übernimmt

Seine Kinder, sieben und 13 Jahre alt, sind wie er mit dem Thema groß geworden. Ob sie die Teichwirtschaft übernehmen, lässt er offen: „Die Kinder sind voll in der Entwicklung und sollen selbst erst einmal schauen, wohin die Reise für sie geht.“

Zehn oder 20 Jahre seien eine lange Zeit. Der Klimawandel führte schon im Frühjahr 2026 dazu, dass der Wasserstand in den Teichen gut einen halben Meter niedriger lag als normal. „Ich würde meinen Kindern ungern einen Teppich ausrollen, der Löcher hat.“ Für ihn selbst sei das jetzt der Traumjob. „Die nächste Generation darf gern einen eigenen haben.“

Die Fischwochen beginnen am 26. September

Die Lausitzer Fischwochen laufen in diesem Jahr vom 26. September bis zum 1. November. Eröffnet werden sie am 26. September auf dem Erlichthof Rietschen. Als Teichwirt des Jahres steht Karsten Tusche dabei stellvertretend für die gesamte Branche.

Red./Presseinformation

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Foto: Mario Kegel (Aufmacher).
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