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Landkreis BautzenWirtschaft auch Landkreis Görlitz

Handwerk verdient 85 Prozent im Umkreis von 50 Kilometern

Sächsische Handwerksbetriebe arbeiten heute fast nur noch vor der eigenen Haustür. Für die Beschäftigten ist das gut – für Betriebe auf dem Land birgt es ein Risiko.

Handwerk verdient 85 Prozent im Umkreis von 50 Kilometern
Handwerk zum Zuschauen: Dachdecker beim Tag des Handwerks in Leipzig. Symbolbild. Foto: Roy Zuo, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Von 67,6 auf 84,7 Prozent

Sächsische Handwerksbetriebe erwirtschaften inzwischen 84,7 Prozent ihrer Umsätze in einem Umkreis von bis zu 50 Kilometern. 2013 waren es erst 67,6 Prozent. Das geht aus einer Zeitreihe zur „Struktur im Handwerk“ hervor, die der Sächsische Handwerkstag veröffentlicht hat.

Weite Wege sind die Ausnahme geworden: Nur noch 4,5 Prozent der Umsätze entstehen in einem Umkreis ab 150 Kilometern. Das Ausland spielt mit 0,8 Prozent praktisch keine Rolle mehr.

„Früher mussten die Unternehmen auch Aufträge in ferneren Regionen annehmen, um ihre Kapazitäten auszulasten und wirtschaftlich zu überleben – Stichwort Montage. Heute ist das immer seltener der Fall“, sagt Dr. Andreas Brzezinski, Sprecher des Geschäftsführerkollegiums.

Ein Vorteil im Werben um Fachkräfte

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Für die Betriebe ist das ein Argument bei der Personalsuche. „Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie spielt im Handwerk eine zunehmend wichtige Rolle. Da ist es positiv, wenn man wegen der Montagearbeit nicht eine Woche von zu Hause getrennt ist“, so Brzezinski.

Der öffentliche Auftraggeber fällt aus

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Verschoben hat sich auch, wer die Rechnungen bezahlt. Privatkunden stehen inzwischen für 61,4 Prozent der Umsätze – 2013 waren es 40,6 Prozent. Öffentliche Auftraggeber sind im selben Zeitraum von 13,8 auf 7,4 Prozent zurückgefallen.

Der Handwerkstag benennt einen Grund dafür deutlich: „Das ist auch ein Ergebnis einer fehl geleiteten Vergabepolitik der öffentlichen Hand, wo fast immer der billigste Anbieter den Auftrag erhalten hat. Das hat die Unternehmen mürbe gemacht.“

Warum das für Bautzen und Görlitz heikel ist

Genau hier wird die Statistik regional. Wer fast ausschließlich von Privatkunden im Umkreis von 50 Kilometern lebt, hängt davon ab, wie viele zahlungsfähige Haushalte dieser Umkreis hat. In ländlichen Regionen mit alternder Bevölkerung ist das eine Rechnung mit offenem Ausgang.

„Viele Betriebe fragen sich, ob ihr Geschäftsmodell in zehn Jahren bei einer immer älter werdenden Gesellschaft noch trägt“, heißt es dazu.

Die Erwartung an die Kommunen

Der Verband knüpft daran eine Forderung: Mit dem Sondervermögen müssten die Kommunen gegenhalten und in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen anschieben. Die Erwartung sei, dass die Betriebe „mit auskömmlichen Preisen zum Zuge kommen“.

Das Argument dahinter ist ein regionales: „In Form von Wertschöpfung, Gewerbesteuern und Spenden für Vereine und Feste fließt das Geld in die Regionen wieder zurück.“

Zum Verband

Der Sächsische Handwerkstag vertritt nach eigenen Angaben mehr als 54.000 Handwerksbetriebe mit rund 280.000 Beschäftigten. Ihr Umsatz lag im vergangenen Jahr bei knapp 36 Milliarden Euro.

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Foto: Roy Zuo, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (Aufmacher).
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