Landkreis Bautzen › Rathaus auch Landkreis Görlitz
Neun Ideen aus der Region kämpfen um 300.000 Euro Preisgeld
Acht Städte aus den Landkreisen Bautzen und Görlitz haben sich am Innenstadtwettbewerb „Ab in die Mitte!“ beworben, Görlitz gleich zweimal. Erstmals sind alle Projektskizzen vorab öffentlich – wir haben nachgesehen, was die Region vorhat.
Rekord mit 63 Kommunen
Der 23. Wettbewerb „Ab in die Mitte! Die City-Offensive Sachsen“ steht unter dem Motto „Cooler Kern statt grauer Stein“. 63 Kommunen haben bis zum Einsendeschluss am 4. September 77 Vorhaben eingereicht – mehr als je zuvor; im vergangenen Jahr waren es 61 Projekte aus 53 Kommunen. Der Freistaat stellt erneut mehr als 300.000 Euro Preisgeld bereit. Der erste Preis ist mit 60.000 Euro dotiert, dazu kommen zwei zweite Preise mit je 40.000 Euro, drei dritte mit je 20.000 Euro sowie zwei Sonderpreise der Ministerien mit je 15.000 Euro.
Aus dem Landkreis Bautzen sind Bautzen und Kamenz dabei, aus dem Landkreis Görlitz Görlitz, Löbau, Niesky, Ostritz, Weißwasser und Zittau. Weil Görlitz zwei Projekte eingereicht hat, kommen neun der 77 Vorhaben aus der Region. Zum Vergleich: Allein aus dem Erzgebirgskreis stammen 18 Bewerbungen.
Was die Städte vorhaben
Neu ist, dass alle Projektskizzen schon vor der Juryentscheidung auf der Wettbewerbsseite einsehbar sind. Wir haben die neun Einreichungen aus beiden Landkreisen herausgesucht:
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Bautzen – „Sagenhafte Aussichten. Drei Tore. Ein cooler Kern.“: Am Protschenberg, am Rathenauplatz und am Kornmarkt sollen drei „Sagenhafte Stadttore“ entstehen. Begehbare Wasservorhänge und kühlender Nebel sorgen an heißen Tagen für Erfrischung, LED-Inszenierungen abends für Atmosphäre. Bronzefiguren erweitern den Sagenpfad.
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Mediadaten anfordernKamenz – „Cool down in der Stadt am Stein. Bier laden – statt Ladensterben“: Ein leerstehendes Ladengeschäft an der Bautzner Straße wird zum Treffpunkt für regionale Braukultur, mit Showroom, kleinem Biergarten, Brauworkshops, Führungen und Bierquiz-Abenden.
Görlitz I – „LebensmitteL – Die HOF’nung wächst zuerst“: Versiegelte Innenhöfe, heute meist Stellplätze, sollen begrünt und zu Aufenthaltsräumen werden. Dazu wird der „Fliegende Biergarten“ neu aufgelegt: einen Sommer lang wechselnde temporäre Biergärten in den Höfen.
Görlitz II – „Görlitz geht – Schritt für Schritt zum coolen Kern“: Drei regelmäßige Stadtspaziergänge für Neuzugezogene, Familien und Menschen auf der Suche nach kühlen Wegen. Eine modulare Stadtloggia schafft einen schattigen, konsumfreien Treffpunkt.
Löbau – „Zukunft spielt hier – ab ins bunte Leben!“: Eine triste Freifläche an der Äußeren Zittauer Straße wird zum Ort für Kinder und Jugendliche. Der frühere Bolzplatz war einem Supermarktumbau und Parkflächen gewichen. Zwei Tore stehen bereits; Sitz- und Unterstellmöglichkeiten, sichere Fahrradstellplätze und ein Ballfangzaun sollen folgen – gemeinsam mit dem Jugendtreff „Café Lücke“.
Niesky – „WASSERwartetUNS“: Der Zinzendorfplatz wird klimaangepasst. Die Zisternenanlage wird erweitert, die Brunnen umgebaut, das Stadtgrün widerstandsfähiger angelegt. Sonnensegel schützen Händler und Gäste bei Regionalmärkten.
Ostritz – „Schätze finden, Schätze zeigen, Schätze teilen!“: Bürgerinnen und Bürger benennen Lieblingsorte, Geschichten und Vereine, die auf einer Schatzkarte, auf Infotafeln und in der Dorf-App erscheinen. Veensmännel-Figuren und leuchtende Goldklumpen markieren die Orte, dazu kommen Spielelemente, Schatten und Trinkbrunnen.
Weißwasser – „Weißwasser verbindet – Menschen und Stadt“: Rund um den neuen Bürgerbahnhof soll das „Wohnzimmer“ der Glasmacherstadt entstehen. In Workshops und einem Ideenwettbewerb entwickeln Bürger Wandbilder, Stadtmöbel oder Lichtlösungen für Bahnhof, Vorplatz und Landmarke; eine Jury wählt aus.
Zittau – „Zittaus Marktplatz – ein cooler Kern“: Mobile, begrünte Sitzmodule und Nebelelemente kühlen den Platz, eine flexible Fläche wird im Sommer zur Boulebahn und im Winter zur Eisstockbahn.
Entscheidung am 6. November
Wirtschaftsminister Dirk Panter zeichnet die überzeugendsten Vorhaben am 6. November auf der Messe „denkmal 2026″ in Leipzig aus. Die Schirmherrschaft wechselt jährlich zwischen dem Wirtschafts- und dem Infrastrukturministerium und liegt 2026 beim Wirtschaftsressort.
Staatsministerin Regina Kraushaar hebt die Beteiligung junger Menschen hervor: „Wer junge Menschen an der Gestaltung ihrer Stadtmitte beteiligt, gewinnt auf ganzer Linie.“ Den Wettbewerb gibt es seit 2004; die Kosten jenseits der Preisgelder tragen die Industrie- und Handelskammern und weitere Sponsoren.
Red./Presseinformation
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Foto: Erik-Holm Langhof, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (Aufmacher).
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