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MalschwitzWirtschaft auch Mittelherwigsdorf

Zwei Brücken zeigen, was das Handwerk mit Verschleiß meint

Das sächsische Handwerk hält den Entwurf des Doppelhaushalts für nicht ambitioniert genug – bei der Infrastruktur laufe man seit Jahren auf Verschleiß. Wir haben nachgefragt, woran sich das hier zeigt, und zwei Beispiele aus unseren Landkreisen geprüft.

Zwei Brücken zeigen, was das Handwerk mit Verschleiß meint
Symbolbild. Foto: manfredrichter/Pixabay

Der Präsident kommt aus dem Landkreis Bautzen

Mehr als 160 Handwerksvertreter und Landtagsabgeordnete haben am Dienstagabend im Landtag über den Doppelhaushalt 2027/28 diskutiert. Für viele Betriebsinhaber ist der Entwurf der Staatsregierung nicht ambitioniert genug, teilt der Sächsische Handwerkstag mit.

Gesagt hat das Uwe Nostitz, der Präsident des Verbandes – und der stammt nach Auskunft des Handwerkstages aus dem Landkreis Bautzen. „Wir haben uns klar gegen Kredite ausgesprochen, wissen aber auch, dass es aktuell ganz ohne neue Schulden nicht gehen wird“, sagte der Diplom-Ingenieur. „Aber wenn schon neue Schulden aufgenommen werden müssen, heißt das doch nicht, sofort an die höchstmögliche Verschuldungsgrenze zu gehen.“

Sein zweiter Punkt ist die Investitionsquote. Sie soll im kommenden Jahr bei 13,5 Prozent liegen; 2006 waren es 24,2 Prozent. „Klar ist: Wir müssen investieren. Es geht um die Substanz unserer Infrastruktur. Unser Wohlstand bröckelt. Wir laufen seit Jahren auf Verschleiß.“

Woran sich der Verschleiß hier zeigt

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Was das konkret heißt, wollten wir wissen. Michel Havasi, Pressesprecher des Handwerkstages, nannte auf Nachfrage zwei Bauwerke aus unseren Landkreisen – mit der Aufforderung, selbst nachzusehen. Das haben wir getan.

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Mittelherwigsdorf. Bei einer Bauwerksbesichtigung der Bahnbrücke im Zuge der K 8655 stellte der Landkreis Görlitz am 11. März 2025 erhebliche Schadenserweiterungen an bereits bekannten Mängeln fest. Als Sofortmaßnahme wurde die Fahrbahn verengt, Fahrzeuge über 18 Tonnen durften gar nicht mehr darüber.

Ein Gutachten zur Standsicherheit kam dann zu dem Ergebnis, dass ein Spontanversagen mit akuter Einsturzgefahr nicht mehr gänzlich auszuschließen sei. Seit dem 28. Juli 2025 ist die Brücke deshalb auch für Fußgänger und Radfahrer gesperrt. Die Gemeinde teilte damals mit, die Errichtung einer Behelfsbrücke für Fußgänger habe oberste Priorität; der Landkreis arbeite mit Hochdruck am Ersatzneubau. Ziel sei, ab Ende 2026 wieder durchgängigen Verkehr zwischen Mittelherwigsdorf und Hainewalde zu ermöglichen. Auch der Zugverkehr musste eingestellt werden, bis die Brücke zurückgebaut war.

Baruth. In dem Malschwitzer Ortsteil wird die Brücke über das Löbauer Wasser „Am Park“ derzeit neu errichtet. Die Überfahrt ist nach Angaben der Gemeinde vom 1. Juli bis zum 30. September vollständig gesperrt, eine Durchfahrt ist während der gesamten Bauzeit nicht möglich. Zufahrt und Rettungsweg zum Sportplatz laufen in dieser Zeit über die Hauptstraße, die Rackeler Dorfstraße, die Straße Zum Löbauer Wasser und die Lindenallee.

Bürokratie und Stellenabbau

Neben den Investitionen geht es dem Verband um den Abbau von Dokumentationspflichten und Auflagen. „Wann fällt etwas weg? Wann kommen Entlastungen endlich im Alltag an? Das höre ich immer wieder aus den Betrieben“, sagt Nostitz.

Wo Aufgaben wegfielen, müssten auch die Strukturen dahinter schlanker werden, fordert er. Die Handwerksbetriebe hätten schmerzlich gelernt, mit weniger Fachkräften auszukommen: „Die Landesverwaltung muss es auch lernen.“ Laut Haushaltsentwurf sollen in den nächsten zwei Jahren 523 von rund 96.000 Stellen wegfallen. „Das reicht nicht!“, so der Präsident.

Wie viele Betriebe es hier gibt – und was offen bleibt

Der Sächsische Handwerkstag vertritt nach eigenen Angaben mehr als 54.000 Betriebe mit etwa 280.000 Beschäftigten, die im vergangenen Jahr knapp 36 Milliarden Euro Umsatz erwirtschafteten. Das sind Landeswerte.

Auf unsere Frage, wie viele davon auf unsere Landkreise entfallen, antwortete Havasi, exakte Zahlen für Bautzen und Görlitz lägen ihm nicht vor – er könne sie nur aus den Werten des Dresdner Kammerbezirks herunterrechnen. Darauf verzichten wir. Bekannt ist aus einer früheren Auskunft der Handwerkskammer Dresden die Zahl der Betriebe: 4.192 im Landkreis Bautzen und 3.695 im Landkreis Görlitz.

Red./Presseinformation

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Foto: manfredrichter/Pixabay (Aufmacher).
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