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Landkreis BautzenWirtschaft auch Landkreis Görlitz

2.258 Industriejobs weniger im Kreis Bautzen seit 2023

Wie stark trifft der Rückgang in der Industrie unsere Region? Auf unsere Nachfrage nennt das sächsische Wirtschaftsministerium jetzt Zahlen für beide Landkreise – und eine Prognose, wie viele Menschen im Erwerbsalter bis 2040 jedes Jahr fehlen werden.

2.258 Industriejobs weniger im Kreis Bautzen seit 2023
An Hochspannungstrassen in beiden Landkreisen wurden die Vorrichtungen gefunden. Symbolbild. Foto: Fruehlingswiese/Pixabay

Was die Zahlen für die beiden Kreise sagen

Anlass war das Spitzengespräch zur Lage der sächsischen Wirtschaft. Arbeitgeberpräsident Jörg Brückner hatte dort von rund 19.000 in drei Jahren verlorenen Industriearbeitsplätzen in Sachsen gesprochen – eine Zahl des Verbandes, nicht des Ministeriums. Wir haben nachgefragt, wie sich die Beschäftigung in den Landkreisen Bautzen und Görlitz entwickelt hat.

Die Antwort stützt sich auf die Statistik der Bundesagentur für Arbeit, jeweils zum Stichtag 30. Juni. Im Landkreis Bautzen ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 2023 bis 2025 um 3.533 Personen gesunken. Im verarbeitenden Gewerbe allein waren es 2.258 Personen weniger – ein Minus von 7,6 Prozent.

Im Landkreis Görlitz fiel der Rückgang schwächer aus: 1.596 Beschäftigte weniger insgesamt, im verarbeitenden Gewerbe 461 oder 2,3 Prozent. Regionale Angaben für 2026 liegen nach Ministeriumsangaben noch nicht vor.

Bis 2040 fehlen jedes Jahr Tausende im Erwerbsalter

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Die zweite Zahl aus dem Spitzengespräch: Bis 2040 stehen dem sächsischen Arbeitsmarkt jährlich rund 15.000 Menschen im Erwerbsalter weniger zur Verfügung. Auch dazu gibt es jetzt regionale Werte, aus der 9. Regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung, die in drei Varianten vorliegt.

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Für die Altersgruppe von 20 bis unter 65 Jahren rechnet das Ministerium im Landkreis Bautzen mit einem jährlichen Rückgang zwischen 1.500 und 1.800 Personen, im Landkreis Görlitz zwischen 1.300 und 1.600. Zusammengenommen sind das in beiden Kreisen jedes Jahr zwischen 2.800 und 3.400 Menschen weniger, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

Förderung aus einer Hand – aber nicht bald

Das Ergebnispapier des Spitzengesprächs kündigt eine „Unternehmensförderung aus einer Hand“ an, einen modularen Förderbaukasten. Die Idee stammt von der Sächsischen Aufbaubank. Für Betriebe soll sie vor allem die Suche nach passenden Programmen erleichtern; in einem zweiten Schritt sollen Förderinstrumente aufeinander aufbauen können.

Wann es so weit ist, bleibt offen. Derzeit werde geprüft, in welchen Bereichen eine modulare Ausgestaltung denkbar sei, teilte das Ministerium mit. Die Maßnahme sei „bewusst langfristig angelegt“ und werde das bestehende Instrumentarium wie die GRW-Förderung absehbar nicht berühren.

Welche Rolle die Lausitz spielen soll

Auf die Frage, was das Zielbild für die Lausitz nach dem Kohleausstieg vorsieht, antwortet das Ministerium zurückhaltend: Das Zielbild sei nicht auf die Lausitz beschränkt und derzeit nicht mit konkreten Zahlen zu untersetzen.

Impulse erhofft sich der Freistaat vor allem vom Net Zero Valley Lausitz und von den Tagebaufolgeflächen. Die Kraftwerksstandorte seien bereits im Wandel, große Batteriespeicher und Projekte für erneuerbare Energien in Planung oder Umsetzung. Dafür brauche es entsprechenden Netzausbau – und die Erweiterung des Wasserstoffnetzes in die Lausitz, um Standorte für H₂-Kraftwerke und weitere Anwendungen zu ermöglichen.

Red./Presseinformation

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Foto: Fruehlingswiese/Pixabay (Aufmacher).
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