Landkreis Bautzen › Wirtschaft auch Landkreis Görlitz
Fast 8.000 Handwerksbetriebe in Bautzen und Görlitz
4.192 im Landkreis Bautzen, 3.695 im Landkreis Görlitz: Auf Nachfrage nennt der Sächsische Handwerkstag erstmals Zahlen für unsere beiden Kreise. Und er sagt, welche Gewerke hier besonders von Privatkunden abhängen.
Die Zahlen, die es gibt – und die, die es nicht gibt
Ende August hatte der Sächsische Handwerkstag eine Zeitreihe zur „Struktur im Handwerk“ veröffentlicht: 84,7 Prozent des Umsatzes entstehen inzwischen im Umkreis von 50 Kilometern, Privatkunden stehen für 61,4 Prozent, öffentliche Auftraggeber nur noch für 7,4 Prozent. Wir haben nachgefragt, ob sich das für die Landkreise Bautzen und Görlitz ausweisen lässt.
Die kurze Antwort: nein. „Wir haben keine Landkreise bezogene Auswertung gefahren“, teilt Pressesprecher Michel Havasi mit. Die Umfrage war bundesweit angelegt und wurde auf die Bundesländer heruntergebrochen. Weil sie aber im gesamten Kammerbezirk verschickt wird – an große und kleine Unternehmen, an alle Branchen –, lassen sich die Werte nach seiner Einschätzung mit Vorsicht auch auf die Landkreise anwenden.
Konkret werden konnte er bei den Betrieben: Im Landkreis Bautzen gibt es 4.192 Handwerksbetriebe, im Landkreis Görlitz 3.695. Zusammen sind das 7.887.
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Interessant wird es beim öffentlichen Auftraggeber. Dessen Anteil ist landesweit von 13,8 auf 7,4 Prozent gefallen. In den Lausitzer Landkreisen, sagt Havasi, könne er wegen des Strukturwandels etwas höher liegen als anderswo.
Doch daraus folgt nicht, dass die Betriebe vor Ort davon leben. Es sei nicht zwingend, dass regionale Unternehmen eingebunden würden, schreibt Havasi: „Zunehmend greift das Prinzip Generalübernehmer um sich.“ Bei solchen Großprojekten – er nennt als Beispiel das ICE-Werk – bekommt ein einziges Unternehmen den Auftrag und entscheidet selbst, wen es beauftragt.
Wo Privatkunden fast alles sind
Auf die Frage, welche Gewerke in unserer Region besonders von Privatkunden abhängen, nennt der Handwerkstag drei Gruppen: körpernahe Dienstleistungen, also Friseure und Kosmetik, das Kraftfahrzeuggewerbe und das Lebensmittelhandwerk.
Das sind genau die Betriebe, die in kleinen Orten oft die letzten sind – und die als Erste spüren, wenn die Haushalte sparen. Wie viele davon in den vergangenen Jahren aufgegeben haben, geht aus den Angaben nicht hervor.
Zum Hintergrund: Handwerk verdient 85 Prozent im Umkreis von 50 Kilometern.
Red./Presseinformation
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