Landkreis Bautzen erwartet 46 Millionen Euro Fehlbetrag
Der Entwurf des Doppelhaushalts 2027/2028 steht. Die Rücklagen sind Ende 2026 aufgebraucht, bis 2031 könnten sich die Defizite auf mehr als 430 Millionen Euro summieren. Die Kreisumlage bleibt unverändert.
Der Kreistag Bautzen ist in seiner Sitzung am Montag über den Entwurf des Doppelhaushalts für 2027 und 2028 informiert worden. Beschlossen werden soll er am 7. Dezember. Die Lage bleibt angespannt: Nach Angaben des Ersten Beigeordneten Jörg Szewczyk lässt sich der Haushalt nur mithilfe des Erlasses des Innenministeriums zur Bewältigung außergewöhnlicher Haushaltslagen gesetzmäßig aufstellen.
Für 2027 plant der Landkreis mit Ausgaben von rund 750 Millionen Euro, für 2028 mit rund 778 Millionen. Dem stehen nicht genug Einnahmen gegenüber: 2027 wird mit einem Fehlbetrag von mehr als 46 Millionen Euro gerechnet, 2028 wächst er auf mehr als 67 Millionen. Bis 2031 könnten sich die Defizite auf insgesamt mehr als 430 Millionen Euro summieren. Erschwerend kommt hinzu, dass Rücklagen und Liquidität bereits 2026 aufgebraucht werden.
Als wesentliche Ursache benennt die Verwaltung die Finanzausstattung der kommunalen Ebene; die Belastungen seien vom Landkreis weder verursacht noch wesentlich zu beeinflussen. Die größten Kostentreiber sind der soziale Bereich und der öffentliche Personennahverkehr.
Investitionen nur noch über Kredite
Wählen Sie Ihre Orte – dann stehen deren Meldungen oben auf Ihrer Startseite. Ohne Anmeldung, alles bleibt in Ihrem Browser.
Ort auswählenAnzeige
Investiert werden soll weiter: 2027 rund 102 Millionen Euro, vor allem in den Breitbandausbau, 2028 rund 40 Millionen. Die nötigen Eigenmittel lassen sich allerdings nahezu ausschließlich über Kredite finanzieren. Die Verschuldung des Landkreises wird dadurch deutlich steigen.
Sie wollen Menschen in Bautzen und Görlitz erreichen? Wir sagen Ihnen, was das kostet – ohne Umweg über eine Agentur.
Mediadaten anfordernZur Stabilisierung soll die Trägerschaft für das Museum der Westlausitz in Kamenz abgegeben werden; einen Grundsatzbeschluss dazu will der Kreistag im November fassen. Gleichzeitig setzt der Entwurf Schwerpunkte: Für den organisierten Sport sind angesichts stark gestiegener Mitgliederzahlen, besonders bei Kindern und Jugendlichen, zusätzlich 200.000 Euro vorgesehen, für die Kreismusikschule ein um 470.000 Euro höherer Jahreszuschuss, dazu eine höhere Umlage für den Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen. Der Hebesatz der Kreisumlage bleibt 2027 und 2028 bei 34,25 Prozent.
Sieben Millionen zusätzlich für Jugendhilfe und Soziales
Für gesetzlich vorgeschriebene Leistungen der Jugendhilfe bewilligte der Kreistag zusätzlich 4,7 Millionen Euro. Damit werden für 2026 insgesamt rund 74,9 Millionen Euro erwartet. Die Mehrkosten entstehen vor allem bei Hilfen zur Erziehung – sozialpädagogische Familienhilfe, Tagesgruppen, Heimerziehung, betreute Wohnformen und Inobhutnahmen. Ursachen sind höhere Fallzahlen, gestiegene Personal-, Energie- und Lebenshaltungskosten sowie komplexere Hilfebedarfe. 945.000 Euro lassen sich über Erstattungen anderer Jugendhilfeträger decken, die verbleibenden 3,7 Millionen müssen über Kassenkredite gesichert werden.
Für Leistungen des Sozialamtes kamen weitere 2,3 Millionen Euro hinzu; hier werden 2026 rund 39,7 Millionen Euro erwartet. Den größten Mehrbedarf gibt es in der Eingliederungshilfe: Bei weitgehend stabilen Fallzahlen steigen die Kosten je Fall, etwa für Assistenzleistungen und Teilhabe an Bildung. Rund 600.000 Euro sind durch höhere Erträge bei der Hilfe zur Pflege gedeckt, für 1,761 Millionen Euro braucht es Kassenkredite.
Festgestellt wurde außerdem der Jahresabschluss 2024 mit einer Bilanzsumme von rund 843,7 Millionen Euro. Neu geregelt hat der Kreistag zudem die Aufgabenverteilung mit dem Regionalen Abfallverband Oberlausitz-Niederschlesien: Bio- und Grünabfälle, unbelastetes Altholz, Schrott, Alttextilien, Elektroaltgeräte und Altpapier bleiben beim Landkreis, Bauschutt und Baustellenabfälle gehen an den Verband. Neu aufgenommen wurden Zuständigkeiten für illegal abgelagerte Abfälle sowie die Entsorgung bestimmter Arzneimittel, für die jährlich rund 700 Euro anfallen.
Red./Presseinformation
Uns bei Google bevorzugen
Ein Klick, und Google zeigt Ihnen Meldungen aus der Oberlausitz häufiger von uns statt von überregionalen Portalen. Jederzeit widerrufbar.
Als bevorzugte Quelle hinzufügenÖffnet eine Seite bei Google. Funktioniert nur, wenn Sie dort angemeldet sind.
Anzeige
Die Oberlausitz am Abend
Jeden Abend das Wichtigste aus der Region – in zwei Minuten gelesen. Kostenlos, jederzeit abbestellbar.
Wir schicken Ihnen zuerst eine Bestätigungsmail. Erst mit dem Klick darin ist die Anmeldung gültig. Abmeldung jederzeit über den Link am Ende jeder Ausgabe.
Mehr aus Bautzen
Panorama
Lausitzer Fischwochen starten zum 25. Mal
Blaulicht
Kostümierte mit Messer und Baseballschläger in Bautzen
Sport
Budissa Bautzen trennt sich in Krieschow 1:1
Sie wollen Menschen in Bautzen und Görlitz erreichen? Wir sagen Ihnen, was das kostet – ohne Umweg über eine Agentur.
Mediadaten anfordernAnzeige
Auf den Startbildschirm
Eigenes Symbol, Start ohne Browserleiste, gelesene Artikel auch ohne Netz. Ohne Store, ohne Konto.
Benachrichtigungen gibt es auf dem iPhone nur so – erst ablegen, dann in der App einschalten.
So geht’sEilmeldungen aufs Handy
Nur bei wirklich Wichtigem – Unwetter, Sperrungen, Großeinsätze.
Dabei speichern wir die Adresse dieses Geräts, damit wir es erreichen können – keinen Namen, keine E-Mail-Adresse. Jederzeit abschaltbar. Datenschutz
Foto: Dr. Bernd Gross, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (Aufmacher).
Hinweise zu diesem Artikel? Schreiben Sie an
redaktion@oberlausitzaktuell.de