Görlitz › Bildung auch Löbau, Radeberg, Schöpstal
Görlitz, Löbau, Radeberg: Vorbild bei der Begabtenförderung
Sachsen hat fünf Konsultationszentren für Begabtenförderung ausgezeichnet. Zwei davon liegen in unseren Landkreisen: eines im Verbund Görlitz, Schöpstal und Löbau, eines in Radeberg. Sie sollen ihre Erfahrungen künftig an andere Kitas und Schulen der Region weitergeben.
Zwei von fünf Zentren liegen in der Oberlausitz
Das Kultusministerium hat am Donnerstag 15 Einrichtungen als fünf Konsultationszentren zur Begabtenförderung ausgezeichnet. Jedes Zentrum besteht aus einer Kita, einer Grundschule und einem Gymnasium, die zusammenarbeiten. Drei Zentren sitzen in Chemnitz, Dresden und Leipzig – die anderen beiden in unseren Landkreisen.
Kinderhaus „Spatzennest am Birkenwäldchen“ Görlitz, Grundschule Schöpstal, Geschwister-Scholl-Gymnasium Löbau
Christliche Kindertages- und Familienstätte „Baumhaus“, Grundschule Radeberg Mitte, Humboldt-Gymnasium Radeberg
Die 15 Einrichtungen geben ihr Wissen künftig an andere Kitas und Schulen ihrer Region weiter – einzeln und in gemeinsamen Workshops.
Das Problem sind die Übergänge
Der Ansatz zielt auf eine bekannte Lücke: Zwischen Kita, Grundschule und weiterführender Schule geht Wissen über ein Kind verloren. Wer in der Kita als besonders begabt auffällt, fängt in der Grundschule wieder bei null an – und noch einmal beim Wechsel aufs Gymnasium.
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„Gerade an den Übergängen zwischen den Bildungseinrichtungen geht Potential verloren“, heißt es dazu aus dem Ministerium. Ein Nebeneffekt der Zusammenarbeit: Kinder lernen die nächste Einrichtung schon vor dem Wechsel kennen.
Sechs Jahre Projekt
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Mediadaten anfordernHinter der Auszeichnung steht das Projekt „Karg Campus Kita und Schule Sachsen“, ein gemeinsames Vorhaben des Kultusministeriums und der Karg-Stiftung. Die erste Phase lief von 2020 bis 2023 mit Kitas und Grundschulen an fünf Orten, darunter Görlitz und Radeberg. In der zweiten Phase von 2024 bis 2026 kam zu jedem Paar ein Gymnasium hinzu, das bereits als Kompetenzzentrum oder Konsultationsschule arbeitete.
Begleitet wurden die Einrichtungen von der Beratungsstelle zur Begabtenförderung des Freistaates. Die Ergebnisse sind in die Strategie „Bildungsland Sachsen 2030“ eingeflossen.
Was die Beteiligten sagen
Kultusminister Conrad Clemens: „Chancengleichheit bedeutet auch, die unterschiedlichen Begabungen von Kindern und Jugendlichen zu erkennen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Potenziale zu entfalten.“ Mit dem Projekt sei das Personal gezielt geschult und die Einrichtungen besser vernetzt worden.
Ingmar Ahl vom Vorstand der Karg-Stiftung wird deutlicher: „Angesichts der PISA-Daten müssen die Bildungsbedürfnisse hochbegabter und potenziell leistungsstärkerer junger Menschen dringend höhere Beachtung finden.“ In Sachsen seien „beispielgebende Strukturen“ entstanden: „Hier sollten andere Bundesländer hinsehen.“
Die Karg-Stiftung wurde 1989 gegründet und arbeitet bundesweit zur Förderung hochbegabter Kinder und Jugendlicher.
Red./Presseinformation
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