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Wolf soll bejagt werden, Biosphärenreservat wächst

Sachsens Umweltminister hat im Landtag seine naturschutzpolitische Linie erklärt – mit zwei Punkten, die die Oberlausitz direkt betreffen: Beim Wolf soll künftig die Jagd zum Herdenschutz hinzukommen, und das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft ist um rund 2.250 Hektar gewachsen.

Wolf soll bejagt werden, Biosphärenreservat wächst
Die Königsbrücker Heide ist eine der drei Regionen, für die die neuen Naturführer ausgebildet wurden. Foto: Dr. Bernd Gross, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Beim Wolf kommt die Jagd hinzu

Mit der Absenkung des Schutzstatus im Oktober 2025 sei ein Systemwechsel gelungen, sagte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch am Mittwoch im Landtag. Künftig soll ein aktives Bestandsmanagement durch Bejagung den bisherigen Herdenschutz und den Schadensausgleich ergänzen. Dafür wird das Sächsische Jagdgesetz geändert und ein landesweiter Managementplan aufgestellt.

Auch beim Biber will der Freistaat nachsteuern. Die maximale Förderung für Präventionsmaßnahmen ist von 20.000 auf 50.000 Euro angehoben worden. Zusätzlich erarbeitet Sachsen erstmals eine eigene Biberverordnung, mit der einzelne Tiere bei hohem Schadenspotenzial leichter entnommen werden können. Die Anhörung dazu soll noch im dritten Quartal 2026 beginnen. Für Fischotter und Kormoran kündigte der Minister ebenfalls Anpassungen an – „regional und mit Augenmaß“, unter Wahrung des Erhaltungszustandes der Arten.

2.250 Hektar mehr Biosphärenreservat

Das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft ist nach Angaben des Ministeriums auf Wunsch von sechs Gemeinden um rund 2.250 Hektar gewachsen. Welche Gemeinden das sind, nennt die Mitteilung nicht.

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In der Nationalparkregion Sächsische Schweiz soll mehr vor Ort entschieden werden: Genehmigungen sollen künftig ortsnäher durch den Landkreis erfolgen. 2026 wird außerdem das Nationale Naturmonument Grünes Band ausgewiesen. Photovoltaik im Wald lehnte von Breitenbuch weiter ab; Sachsen hat sich im Bundesrat dagegen positioniert.

Kritik am EU-Regelwerk

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Das europäische Naturschutzregelwerk halte mit der Realität nicht mehr Schritt, sagte der Minister. Das System der Lebensraumtypen beruhe auf einer Liste aus den 1990er-Jahren. In Sachsen erreichen nach seinen Angaben nur 28 Prozent der Lebensraumtypen und 27 Prozent der Arten einen günstigen Erhaltungszustand.

Die EU-Wiederherstellungsverordnung müsse grundlegend überarbeitet werden: Umfangreiche Verpflichtungen träfen auf sinkende Naturschutzfinanzierung und ungeklärte Umsetzungsfragen. Sachsen hat 2026 den Vorsitz der Umweltministerkonferenz; im November tagt sie in Bad Schandau zu Natur- und Artenschutz.

Geld für Stationen und Ehrenamt

Für Naturschutzstationen und das Programm Junge Naturwächter sind im Doppelhaushalt 2027/2028 zusammen rund 3,43 Millionen Euro jährlich vorgesehen. Am Programm beteiligen sich nach Ministeriumsangaben rund 900 Kinder und Jugendliche in über 80 Gruppen.

Mehr als 1.000 Ehrenamtliche tragen in Sachsen das Monitoring und die Betreuung der Schutzgebiete mit.

Red./Presseinformation

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Foto: Dr. Bernd Gross, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (Aufmacher).
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